Die Blutegeltherapie ist eine bereits sehr alte Form der Medizin, denn bereits vor dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt waren Blutegel fester Bestandteil der Heilkunst. Auch im Mittelalter hatten die damaligen Ärzte ein sehr breites Anwendungsgebiet für die Egel.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts nahmen die Blutegelbehandlungen in so drastischem Maße zu, dass die Tiere in Europa fast ausgerottet wurden. Am Ende des 19. Jahrhunderts kam es zum Niedergang mit dieser Form der Therapie, denn durch die zunehmende Kenntnis um Krankheitserreger entstand eine Gräuelpropaganda um die Egel. Heute sieht man dies wieder viel differenzierter.
Der Beissapparat von Hirudo medicinalis besteht aus drei halbkreisförmigen Kiefern, die am Mundsaugnapf am vorderen Ende des Egels sitzen. Zwischen den Zähnen verlaufen viele Gänge von Drüsen, die den medizinisch wirksamen Speichel beinhalten.
Durch die Bestandteile des Speichels hinterlässt der Blutegel bei seinem Biss sterile Wunden. Dies bedeutet für den Patienten, dass es nur in ganz wenigen Ausnahmefällen zu allergischen Reaktionen kommt.
Die Bestandteile des Egelspeichels sind unter anderem Hirudin, Calin, Bdellin, Eglin und Hyaluronidase (Orgelase). Diese und viele weitere Bestandteile machen die Wirkung der Blutegeltherapie aus. Der Speichel des Egels bewirkt unter anderem:
Grundsätzliche gibt es eine Doppelwirkung bei der Blutegeltherapie, denn durch das spezifische Gebiss, kommt es einerseits zur Injektion der medizinisch wirksamen Bestandteile und gleichzeitig zum Absaugen von Thromben.