Die Heilgymnastik soll die natürliche Beweglichkeit der Gelenke und die Elastizität der Muskeln erhalten und aufbauen. Während der Heilgymnastik sollen aktive, bewusste Muskelkontraktionen vom Pferd ausgeführt werden. Der Bewegungsspielraum in den einzelnen Körperstrukturen wird so verbessert und die gesamte Flexibilität gesteigert.
Ein Beispiel dafür ist das Vorwärts-Abwärts-Longieren über Cavaletti. Dies veranlasst das Pferd sich nach vorne-unten zu dehnen und gleichzeitig die Gelenke genügend anzuwinkeln. Richtig ausgeführt, wird die Muskulatur der Hinterhand, des Rückens und der Kruppe sehr gut trainiert. Es fördert außerdem die Konzentration des Pferdes, seine rhythmische Laufruhe und die Flexibilität der Gelenke. Andere heilgymnastische Übungen sind z.B.:
Durch richtig angewandte Heilgymnastik wird:
Das Aufbautraining ist eine Form der Heilgymnastik, jedoch mit der Zielsetzung die Kondition und Kraft des Pferdes gezielt zu trainieren.
Die Basis für ein Aufbautraining ist, dass etwaige Verspannungen des Pferdes therapeutisch gelöst werden, denn ein verspannter Muskel lässt sich nicht trainieren. Um ein gezieltes Aufbautraining zu machen, sollte ein ungefährer "Trainingsplan" erstellt werden. In diesem Plan wird dann festgehalten, in welchen Abständen oder Zeiträumen das Trainingspensum erhöht wird, und wie hoch die jeweilige Steigerung sein wird.
Ganz wichtig dabei ist jedoch, dass der Trainingsplan nur ein Anhaltspunkt sein soll, der niemals starr durchgeführt wird, sondern immer wieder auf den körperlichen Zustand des Pferdes abgestimmt wird. Dies ist besonders wichtig, um das Pferd nicht zu überfordern oder eine Überlastung in bestimmten Körperregionen zu verursachen. Gerade bei einem Rehabilitationstraining ist es von besonderer Wichtigkeit immer wieder das Trainingspensum an das Pferd anzupassen, denn nur so können Rückfälle in die Verletzung vermieden werden.
Eine therapeutische Unterstützung hilft bei der Erstellung des Basis-Trainingsplans und vermeidet unter anderem Muskelkater. Die physiotherapeutischen Techniken erleichtern das Aufbautraining. So fällt es Besitzer und Pferd leichter wieder zur vollen Leistungsfähigkeit zu kommen, ohne das Schäden entstehen.
Das Gewichtsgamaschentraining beim Pferd gehört zur Heilgymnastik bzw. zum Aufbautraining. Es stellt eine Steigerungsform des Trainings da, denn dem Pferd werden zusätzliche Gewichte an einem oder mehreren Beinen angebracht.
Ich arbeite mit 500 g und 1000 g Gewichten. In Ausnahmefällen ist es möglich beide Gamaschen, also insgesamt 1500 g, an einem Bein anzubringen.
Das Gewichtsgamaschentraining dient einerseits zur Leistungssteigerung, andererseits zur Rehabilitation. Durch die enormen Belastungen auf Sehnen, Bändern und Kapseln ist es sehr leicht möglich, eine Überanstrengung oder Verletzung herbeizuführen. Aus diesem Grund sollte diese Form des Trainings niemals alleine, sondern nur in Zusammenarbeit mit einem Pferdephysiotherapeuten durchgeführt werden. Bei vorsichtigem und gezieltem Training mit Gewichtsgamaschen wird eine enorme Leistungssteigerung und vor allem Kraftzunahme des Pferdes möglich.