Die Stresspunkttherapie beruht auf einer Methode, die von Jack Meagher (gesprochen "Mar") entwickelt wurde. Jack Meagher fand auf jeder Körperseite 25 Punkte, die er Stresspunkte nannte. Er geht bei seiner Form der Therapie davon aus, wenn einer der Punkte "gestresst", also schmerzhaft ist, eine Verklebung von Muskelfasern vorliegt, die mit einer Bewegungseinschränkung des Pferdes einhergeht.
Die von Jack Meagher definierten Punkte liegen an Muskelansätzen (das ist die sehnige Befestigung des Muskels am Knochen), an den Ursprungssehnen eines Muskels bzw. an den Übergängen von der Ursprungssehne zur Muskulatur. Das Sehnengewebe besitzt eine Dehnfähigkeit von ca. 10 % und ist kaum durchblutet, im Gegensatz zum Muskelbauch. Dieser ist sehr gut durchblutet und besitzt entsprechend eine Dehnfähigkeit von ca. 90 %. Findet eine Minderdurchblutung der Muskulatur statt, oder wird der Muskulatur nach erbrachter Leistung nicht ausreichend Regenerationszeit gegeben, kommt es häufig zu Krämpfen der Muskulatur und Verklebung von Muskelfasern. Somit entsteht der Schmerz für das Pferd, welcher sich über einen reaktiven Stresspunkt darstellt.
Die Therapie der Stresspunkte erfolgt durch starken direkten Druck auf den aktiven Punkt mit anschließender Querfriktion (also Reibung quer zur Muskelfaserung). Durch den starken Druck und die Querfriktion des entsprechenden Gewebes erfolgt eine Tiefenmassage und so eine deutliche Steigerung der Durchblutung.
Da der starke Druck zu Beginn der Therapie für das Pferd schmerzhaft sein kann, muss zu Beginn der Therapie mit starken Abwehrreaktionen gerechnet werden. Im Laufe der Behandlung lässt der anfängliche Schmerz nach und das Pferd spürt eine Erleichterung in der behandelten Körperregion.
Ebenfalls zur Stresspunkttherapie nach Jack Meagher gehören spezielle Dehnübungen, die er seinen einzelnen Punkten zugeordnet hat. Durch die gezielten Dehnübungen werden die behandelten Regionen bis zur Toleranzgrenze des Pferdes gedehnt, wodurch die Elastizität des Gewebes verbessert wird. Der venöse Abfluss wird gefördert und die Bewegungsamplitude der Gelenke wird optimiert.
Die Stresspunkttherapie lässt sich sehr gut mit anderen physiotherapeutischen Techniken kombinieren, wodurch ein schnelleres, besseres und langanhaltenderes Ergebnis erzielt wird.